TSV Wildbad 1884 e.V.


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Weltmeister der Masters

Michael Bott Weltmeister der Masters in der AK 25
Der Zauber von Göteborg


Es war eine gigantische Veranstaltung in der südschwedischen Stadt Göteborg. Doch schon bei der Ankunft am Flughafen war erkennbar, dass hier eine gut funktionierende Organisation installiert war. Die ankommenden Mannschaften wurden persönlich begrüßt und zu wartenden Bussen begleitet. Diese Busse brachten die Neuankömmlingen direkt ins „Valhallabadet“ zur Akkreditierung.

Bereits am Samstag hatte sich das kleine Wildbader Team per Flug auf die Reise nach Göteborg begeben. Nach der Akkreditierung ging es mit der Straßenbahn und dem Schiff weiter nach Eriksberg ins Hotel, das sich später als optimale Rückzugsarena erweisen sollte. Die Schlussphase der Vorbereitung auf die Wettkämpfe um die Weltmeisterschaft begann.

Zur Entscheidung über 100m Schmetterling waren die 52 schnellsten der Welt in der AK25 nach Göteborg gekommen. Spannend immer die Frage, wie „wahr“ die gemeldeten Zeiten wirklich sind. M. Bott war in dieser Kategorie mit der sechstschnellsten Zeit gemeldet und durfte damit im schnellsten Lauf überhaupt auf den Block gehen. Nach einem sehr guten Start konnte er sich bis zur 50m Wende unter den ersten fünf behaupten. Nach 70 Metern lagen mehrere Schwimmer gleichauf. Dann begann das Rennen zwischen dem Dänen Dalsgaard und dem Deutschen Bott. Es war ein dramatisches Finish das letztlich der Däne mit einem Vorsprung von nur achthundertstel Sekunden für sich entscheiden konnte. Überglücklich Michael Bott und der Wildbader Anhang über Gewinn der Vizeweltmeisterschaft. Dieser Erfolg war so nicht zu erwarten.


Am Donnerstag stand die Mörderstrecke 200m Schmetterling auf dem Programm. Hier war bei optimalem Verlauf ein Platz auf dem Podest das Ziel und auch realistisch. Schwierig ist es jedoch, die Spannung über die gesamten Wettkampftage aufrechtzuerhalten.
Doch das Wildbader Team war in den Tagen zuvor nicht untätig und hatte nach einem ausgetüftelten Plan nicht nur die Gegner analysiert, sondern bis auf die optimalen Zeiten zum Einschwimmen, den optimalen Verbindungen der öffentlichen Verkehrsmittel bis hin zu den Essenszeiten nichts, aber auch gar nichts, dem Zufall überlassen. Während andere noch schliefen, standen Michael Bott und Trainer Gerhard Arndt schon um 6.45 Uhr vor dem Freibad in Lundby um pünktlich für die erste Trainingseinheit im Wasser zu sein.
Gewöhnungsbedürftig waren die sehr engen Bahnen in Lundby die besonders Schmetterlingsschwimmern mit großer (Arm-) Reichweite Probleme bereiten konnten.
Am Nachmittag gingen die „Spione“ der Wildbader frühzeitig zur Wettkampfstätte, um den Zeitplan zu beobachten. Minutengenau wurde dann der Aktive vom Hotel abgerufen um unnötige Wartezeiten im Bad zu vermeiden. Es folgte ein letztes Einschwimmen. Das Rennen konnte beginnen.
8 Bahnen, Konzentration, Spannung, der Startpfiff.
Eine besondere Stärke von Bott sind seine Starts. So war es nicht verwunderlich, dass er nach dem Startsprung an erster Stelle liegend, auftauchte. Bei der 50m Wende führt Bott mit 3/10 Sekunden, bei der 100m Marke nur noch mit 4/100 Sekunden, nach 150m liegt der Wildbader an zweiter Stelle, sein Gegner hat über eine Sekunde aufgeholt. Dann beginnt ein Kopf an Kopf Rennen, das an Spannung nicht mehr zu überbieten ist. Nach 175m liegen beide Schwimmer gleichauf. Doch mit jedem seiner mächtigen Delphin- Armzüge schiebt sich der Wildbader nach vorne und setzt sich Zentimeter um Zentimeter vom Gegner ab. Am Ende holt er den Weltmeistertitel mit dem hauchdünnen Vorsprung von 17/100 Sekunden.

Dabei hatte alles gar nicht so gut begonnen.
Für den Bad Wildbader Teilnehmer Michael Bott begann der Wettkampf am Montag mit dem Start über 50m Schmetterling. Nach stundenlanger Wartezeit ging M. Bott erst gegen 20.30 Uhr über den Startblock. Ziel war es, unter die ersten acht zu kommen. Der fünfzehnte Platz unter den 88 Teilnehmern war eine Enttäuschung.

Am Samstag dann der Rückflug nach Frankfurt, im Gepäck eine Gold- und eine Silbermedaille sowie der Erinnerung an den Zauber von Göteborg.


Hintergrundinformation
Die Weltmeisterschaften der Masters werden vom Weltschwimmverband FINA ausgeschrieben. Teilnahmeberechtigt sind Athleten im Alter ab 25 Jahren, die nicht den aktuellen Kadern der nationalen Verbände angehören dürfen. Qualifikationszeiten sind vom Weltverband vorgegeben. Gewertet wird in Altersklassen (AK).
Ausrichter der 13. Weltmeisterschaften vom 27. Juli bis 07. August 2010 war der schwedische Schwimmverband. Austragungsorte waren die Städte Göteborg und Boras. Rund 6750 Teilnehmer aus aller Welt gingen in den verschiedenen Disziplinen an den Start. Göteborg hat diese Weltmeisterschaft „gelebt“. An den Einfallsstraßen zur Stadt waren Transparente angebracht, in den Einkaufzentren der Stadt war die WM gegenwärtig.

Die nächsten Weltmeisterschaften finden 2012 im italienischen Riccione statt.


RB


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